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Cosi fan tutte

COSÌ FAN TUTTE / SO MACHEN ES ALLE

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart; Libretto von Lorenzo Da Ponte

BESETZUNG

DIE REVOLUTION LANGWEILT IHRE KINDER
Musikalische Leitung: Stefan Neubert
Inszenierung: Jean Renshaw
Bühnenbild und Kostüme: Christof Cremer

Despina: Herdís Anna Jónasdóttir 

DIE REVOLUTION LANGWEILT IHRE KINDER
Ein Genie blickt in die Zukunft
Mozart sah die Katastrophe kommen – im Revolutionsjahr 1789. Das Rokoko war passé und damit die herrliche Zeit, in der man sich nicht nur in den Schlössern und Landsitzen unverschämt reicher Adeliger die Zeit mit erotischen Wechselspielchen vertreiben konnte. Schließlich war ja sonst nicht viel los. Nun aber revolutionierte es in allen Gassen. Doch das Bürgertum, noch trunken vor Glück über die zukünftigen Machtaussichten, wusste gar nicht so recht, wie es sich benehmen würde, wenn der Pulverdampf verflogen wäre. Nur Mozart, das geniale musikalische Spielkind, sah das Unheil kommen, wie die Ordnung einfordernde Mutter. Alles würde braver, nüchterner und biederer werden.

Das macht ein Genie aus: Es ist seiner Zeit voraus. Weit voraus. Und so komponierte Mozart zwar eine vollendet schöne Musik zum erotischen Modellversuch Partnertausch, doch lässt er das gesamte Werk unter einem merkwürdigen Frösteln leiden. Es ruft eine ganz andere Gänsehaut hervor als die Abenteuer des Don Giovanni oder die frivolen Ränke des trickreichen Figaro.

Am Ende räumt Spielkind Wolfgang die Welt wieder brav auf. Die Paare finden sich wieder, verzeihen und gehen zu Bett – na ja, fast. Denn es sind nicht die „richtigen“ Stimmen, die wiedervereint wurden. Mezzosopran geht zu Tenor und der Bariton gehört zum Sopran – das war für den damaligen Geschmack „falsch“ und Mozarts Wasserzeichen in einer Partitur, die lange nicht geschätzt wurde.

Heute wissen wir: So mancher Revolution folgt die Langeweile, die auch gern als nüchterne Schwester der politischen Vernunft daherkommt.

 

Earlier Event: May 31
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Later Event: June 8
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